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10 Fragen - 10 Antworten

1. Sind Wohngebiete vom Bebauungsplanverfahren betroffen?

Im Geltungsbereich des Bebau - ungsplanverfahrens selbst liegen keine Wohngebiete. Es grenzen Wohngebiete an, z. B. an der Pödeldorfer Straße, Hertzstraße, Boveristraße und Geisfelder Straße. Die Verkehrsbelastung ist heute bereits recht hoch, weshalb die Verlagerung der Armeestraße im Süden, die Entlastung der Geisfelder Straße sowie die vorgesehenen Lärmschutzmaßnahmen tatsächlich für viele Menschen eine deutliche Entlastung bringen.

2. Kann die Armeestraße künftig besser überquert werden, wenn man zum Joggen in den Hauptsmoorwald will?

Ja, denn es wird künftig einen Kreisverkehr an der Ecke Armeestraße/ Moosstraße mit Querungshilfen und an wichtigen Stellen der Armeestraße auch Lichtsignalanlagen geben, damit für Radfahrer, Fußgänger und Reiter der Hauptsmoorwald gefahrlos und auf kurzem Weg erreicht werden kann.

3. Bleibt die Armeestraße zweispurig?

Ja. Die Straße wird auch künftig eine Fahrspur in jede Richtung haben. In den Einmündungsbereichen von Anschlussstraßen müssen wegen Abbiegespuren jedoch Flächen für insgesamt drei Spuren gesichert werden. Die Armeestraße wird auf den Stand der Technik gebracht und erhält auf der Westseite auf kompletter Länge erstmalig einen Geh- und Radweg. Dabei übernimmt die Armeestraße durch den östlich vorgesehenen neuen Retentionsgraben erstmalig auch den Schutz der bebauten Stadtgebiete im Bamberger Osten vor Hochwasser und Starkregen.

4. War der Schießplatz einmal Wald?

Ja. Der Schießplatz wurde vor über 130 Jahren in den Hauptsmoorwald hinein angelegt und wurde unter dem Zepter der Wehrmacht Richtung Geisfelder Straße nach Süden großflächig erweitert. Erst unter US-Nutzung wurde der Schießplatz um 1950 komplett gerodet und eingeebnet, so dass sich überhaupt erst die heutigen Sandmagerrasen mit ihrer Artenvielfalt etablieren konnten. Leider wurden durch diese Baumaßnahme der US- Truppen auch die giftigen Altlasten aus den Kampfmittelrückständen großflächig verteilt.

5. Ist das Grundwasser belastet?

Ja. Die Böden des Schießplatzes sind wegen des jahrzehntelangen Schießbetriebes stark mit Blei, Antimon und Arsen aus den Projektilen und Kupfer sowie Zink aus den Hülsen belastet. Nach derzeitiger Kenntnislage sind diese Metalle im Grundwasser nachweisbar, es besteht aktuell noch kein akuter Handlungsbedarf. Da der sandige Boden hier eine Art Filterfunktion übernimmt, ist dieser sehr stark belastet und kann nicht gefahrlos beweidet oder sonst zivil genutzt werden. Daher bleibt bis auf weiteres auch der Sicherheitszaun bestehen.

6. Wo will die Stadt Bamberg bauen?

Die Stadt Bamberg möchte nur einen Teil der MUNA für gewerbliche und industrielle Nutzungen erschließen. Das bestehende Na- turschutzgebiet am Berliner Ring sowie das Landschaftsschutzgebiet im Süden sollen vollständig unangetastet bleiben, so dass von der MUNA selbst nur ca. ein Drittel gewerblich genutzt werden soll.

7. Gibt es Munitionsreste im Naturschutzgebiet?

Leider ja, denn das durch die US- Truppen erst künstlich angelegte Naturschutzgebiet nördlich des Eichamtes wurde jahrzehntelang zum Abbrennen und Vergraben von Munition benutzt. Darüber hinaus wurde dort während des 1. Weltkriegs „Stellungskrieg“ in Schützengräben geübt. Das genaue Ausmaß der Munitionsbelastung ist noch unbekannt.

8. Wann kann die Bevölkerung die MUNA als Naherholungsgebiet gefahrlos betreten?

Die Flächen gehören nicht der Stadt Bamberg. Erst durch das gemeinsam mit der Eigentümerin BImA (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) vollzogene Bebauungsplanverfahren nach Bundesbaugesetzbuch kann eine künftige Bodennutzung legitimiert und planerisch gesichert werden – die ultimative Vorbedingung für einen möglichen Erwerb durch den Bamberger Stadtrat. Erst mit dem möglichen Erwerb der Flächen durch die Stadt Bamberg kann eine Altlastenbeseitigung erfolgreich durchgeführt und damit die Voraussetzung geschaffen werden, dass die Bevölkerung die Flächen des ehemaligen Schießplatzes oder auch des Landschaftsschutzgebietes südlich des Sendelbachs erstmalig und gefahrlos betreten kann.

9. Gibt es keine anderen Flächen für Gewerbe?

Leider nein. Derzeit sind im Stadtgebiet nur kleinteilige und sehr verstreut liegende Flächenreserven vorhanden. Das aktuelle Gewerbeflächenentwicklungskonzept der Stadt weist einen Bedarf von rund 60 ha bis 2025 aus. Da die Stadt Bamberg wächst und zur Erfüllung ihrer Daseinsvorsorge (Kindergärten, Grundschulen, Versorgung, Feuerwehr, Bäder u. a.) auf Einnahmen aus der Gewerbesteuer dringend angewiesen ist, sind gewerbliche Flächen zur Ansiedlung neuer innovativer Unternehmen und zur Verlagerung von bestehenden Unternehmen im Stadtgebiet dringend notwendig. Erst mit einer Entwicklung der Konversionsflächen Schießplatz und MUNA können auch umsiedlungswillige bestehende Bamberger Betriebe und Firmen gut erschlossenes Wohnbauland in zentraleren Stadtbereichen freimachen, um dort eine Wohnentwicklung ermöglichen.

10. Was passiert, wenn alles so bleibt wie es ist?

Im besten Fall nichts. Die BImA bleibt Eigentümerin von Schießplatz und MUNA, diese bleiben altlastenbehaftet und weiter eingezäunt. Im schlechtesten Fall veräußert die BImA die Flächen direkt an in- oder ausländische Großinvestoren. Ob dann Bamberger Belange berücksichtigt werden könnten, wäre äußerst fraglich.