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Bebauungsplanverfahrens »Gewerbepark Geisfelder Straße«

Auf den ehemaligen Militärflächen von MUNA und Schießplatz in Bamberg-Ost plant die Stadt Bamberg die Errichtung des „Gewerbeparks Geisfelder Straße“. Die Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung im Bebauungsplanverfahren wurde gerade beendet. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) hat als Eigentümerin des Geländes mit der Wertermittlung begonnen. Voraussetzung für einen beabsichtigten Erwerb durch die Stadt. Bei einer Bürgerinformationsveranstaltung am 14.06.2018 im Pfarrsaal der Pfarrgemeinde St. Kunigund diskutierten Bürgerschaft, Verwaltung und Fachexperten über das Verfahren. Moderiert wurde die Veranstaltung von Mischa Salzmann. Die Vertreter der Stadt Bamberg stellten am 14.06.2018 im vollbesetzten Pfarrsaal zunächst das komplexe und umfangreiche Bebauungsplanverfahren im Detail vor. Zusätzlich wurden Fachfragen aus den Bereichen Natur- und Landschaftsschutz, Trinkwasserschutz, Hochwasserschutz, Bedarfe der heimischen Wirtschaft sowie geplante Ausgleichsmaßnahmen erörtert. Die Notwendigkeit eines Neubaus einer Verkehrspolizeiinspektion in Bamberg wurde ausführlich durch den Staatssekretär im Bayerischen Innenministerium, Gerhard Eck, sowie den Polizeipräsidenten von Oberfranken, Alfons Schieder erläutert.

In der Bürgerinformationsveranstaltung wurde deutlich, dass das Landschaftsschutzgebiet Hauptsmoorwald mit seinen 3.054 ha nicht durch die geplante Maßnahme in seinem Bestand gefährdet wird. Lediglich eine Fläche von 49 ha des derzeitigen Sperrgebietes MUNA soll künftig gewerblich genutzt werden können. Wirtschaftsreferent Dr. Stefan Goller betonte die Notwendigkeit eines Gewerbegebietes in Bamberg. „Wir haben die einmalige Möglichkeit, hier die dringend benötigten Flächen für die heimische Wirtschaft zu generieren, da die Stadt über keine weiteren potentiellen Flächen verfügt“, so Goller. Vertreter von HWK und IHK wiesen darauf hin, dass es mehrere Dutzend Anfragen konkret umsiedlungswilliger Unternehmen gebe und zusätzliche Arbeitsplätze auf der MUNA geschaffen werden könnten. Der „Gewerbepark Geisfelder Straße“ biete die große Chance, Defizite im Angebot an Gewerbeflächen abzumildern. Nur so könnten auch in Zukunft Arbeitsplätze gesichert und damit der wirtschaftliche Erfolg der Region nachhaltig gewährleistet werden.

Aufgabe der Stadt Bamberg ist es, Ökonomie und Ökologie in Einklang mit den verständlichen Wünschen und Anregungen aller Teile der Bevölkerung abzuwägen und mit einem rechtlich beständigen Verfahren abzusichern – und so die Zukunftsfähigkeit der Stadt und ihrer Stadtgesellschaft zu gewährleisten. „Mit dem Bebauungsplan „Gewerbepark Geisfelder Straße“ können wir einen Ausgleich der ökologischen und ökonomischen Belange herbeiführen“, unterstrich Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke. Die Lebensgrundlage der Bürgerinnen und Bürger müssten erhalten werden, gleichzeitig aber müsse man offen sein für eine behutsame Weiterentwicklung von vormals rein militärisch genutzten Flächen.

Alle Eingriffe in Natur und Landschaft würden komplett ausgeglichen und einer deutlichen Verbesserung zum heutigen Zustand zugeführt. Dies unterstrich eindrucksvoll die Biologin Dr. Beate Bugla. Ihr Beispiel der gelungenen Konversion des Sonderlandeplatzes Bamberg-Breitenau verdeutliche diesen Gewinn für Flora und Fauna.

Hinzu kommt, dass die erstmalige Neuschaffung eines Naturschutzgebietes „Schießplatz“, mit geplanten 14 ha dann das zweitgrößte in Bamberg, Teil des Bebauungsplanverfahrens ist – ebenso wie die Verlegung der Armeestraße Richtung Osten, um der Wohnbevölkerung zwischen Berliner Ring und Konversionsfläche die Chance auf eine Verbesserung ihres Wohnumfeldes zu geben. An der Westseite sollen erstmals ein Geh- und Radweg sowie heute nicht vorhandene Querungshilfen entstehen.

All diese Maßnahmen können jedoch nur dann umgesetzt werden, wenn es der Stadt Bamberg gelingt, die Konversionsfläche zu erwerben. Sollte der Verkauf durch die heutige Eigentümerin, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) scheitern, bleibt der gesamte Bereich Sperrgebiet und dauerhaft dem Zugriff der Bamberger Stadtgesellschaft entzogen.