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28.09.2010

Knopflocharchäologie im Dominikanerkloster - das Haus des Cunrad Goldsmit?

Die Schaffung eines behindertengerechten Zugangs zur Dominikanerkirche machte auf deren Westseite kleinflächige Bodeneingriffe erforderlich. Dabei wurden direkt unter dem bestehenden Fußboden Mauerbefunde aufgedeckt, die der Archäologe R. Burkhard im Auftrag des Staatlichen Bauamtes Bamberg dokumentierte.

Trotz der begrenzten Fläche von nur knapp 2 m² ließen sich dabei vorzüglich erhaltene Reste eines ehemaligen Kellerhalses freilegen. Neben einem sekundär zugesetzten, rundbogigen Portal konnte auch das qualitätvolle Mauerwerk auf der Ostseite des ehemals tonnengewölbten Abganges in Ausschnitten dokumentiert werden. Zudem wurden hier drei Lichtnischen im Mauerwerk festgestellt, die zusammen mit den teilweise noch erhaltenen Gewölbeauflagern belegen, dass der einst sehr steile Abgang ursprünglich von der Dominikanerstraße aus zugänglich war und sich nach Norden hin zu einem vermutlich größeren Kellerraum hin öffnete.

Interessant ist vor allem auch die Tatsache, dass die Befunde an der Stelle der hier später erbauten Dominikuskapelle liegen, nach den Grabungsbefunden jedoch in keinem direkten Zusammenhang damit stehen. Vielmehr deutet sich an, dass es sich wohl um die Reste einer älteren, profanen Bebauung gehandelt hat.
Besondere Bedeutung kommt hier einer Urkunde aus dem Jahre 1337 zu, die belegt, dass der Dominikanerorden ein direkt westlich an den Kirchenbau angrenzendes Grundstück erwarb. Dieses befand sich bis dahin samt Haus und Hofstatt im Besitz von Cunrad und Elsbeth Goldsmit. Die freigelegten Mauerbefunde sind dem entsprechend wohl noch als Reste dieses ehemals bürgerlichen Anwesens zu deuten.

 

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