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19.03.2019

BArrierefreipreis 2019 geht an die Erlöserkirche

Engagement für ein Bamberg ohne Hindernisse

Die Stadt Bamberg hat zum 8. Mal die Auszeichnung „BArrierefrei – Leben, Einkaufen und Genießen ohne Hindernisse“ verliehen. Mit dem „BArrierefreipreis“ wird vorbildliches Engagement von Bürgern, Institutionen und Unternehmen auf dem Gebiet der Barrierefreiheit öffentlich gewürdigt. In diesem Jahr ging die Auszeichnung an die Erlöserkirche des Evangelisch-Lutherischen Pfarramts am Kunigundendamm 15

„Spätestens seit Inkrafttreten des Bundesteilhabegesetzes im Jahr 2017 wollen wir die Herausforderung Barrierefreiheit und Barrierearmut konsequent angehen“, betonte Bürgermeister Dr. Christian Lange bei der Preisverleihung. Hinzu kämen die Auswirkungen des demografischen Wandels, die das Thema ebenfalls zunehmend in den Fokus rückten. Bis zum Jahr 2050 werden in Deutschland mehr als drei Mal so viel Menschen über 80 Jahre alt sein wie heute. „Diese Entwicklung stellt eine gewaltige Herausforderung für Länder, Städte und Kommunen dar. Und so sind wir als Stadt verpflichtet, im Rahmen unserer Möglichkeiten Barrieren abzubauen“, so Lange weiter und verwies auf den Einbau von Induktionsanlagen in städtischen Einrichtungen, die Abteilung für Leichte Sprache in der Stadtbücherei, dem neuen Amt für Inklusion oder das neue Bürgerrathaus, das im Sommer seine Pforten öffnet.

Barrierefreiheit, resümierte Lange, sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, eine Bewusstseinsänderung die Grundvoraussetzung. „Mit großem, teilweise aber auch geringem Aufwand können Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, aber auch Institutionen den Zugang zu verschiedensten Dienstleistungen erleichtern und so eine Teilhabe für alle ermöglichen“, betonte Lange. Die Preisträger des „BArrierfreipreises“ der vergangenen Jahre seien „Best-Practice Beispiele“, die wunderbare Vorbilder seien und zum Nachahmen anregten.

Der diesjährige „BArrierefreipreisträger“, die Erlöserkirche, hat in herausragender Art und Weise neue Maßstäbe im Abbau von Barrieren gesetzt. Dank einer zusätzlichen Seitentüre, die vom Gottesdienstraum kaum sichtbar ist, kann man nun auf verschiedene Arten in den Kirchenraum eintreten: Mit Druck auf einen Taster öffnen sich die Türen elektrisch. Alternativ kann man sie aber weiterhin auch mit der Hand aufdrücken. Da die zusätzliche Seitentüre nur wenige Meter von dem vor Jahren gebauten Außenaufzug ins Gemeindezentrum entfernt ist, kommt man auch dorthin problemlos. Zudem ist die Behindertentoilette im Gemeindezentrum nun ebenfalls bestens erreichbar. „Der Umbau zeigt in vorbildlicher Weise, dass es gelingen kann moderne, barrierefreie Einbauten und alten Baubestand harmonisch aufeinander abzustimmen. Er ermöglicht neue direkte Wege, die vorher nicht zur Verfügung standen und hat somit einen großen Nutzen für alle Besucherinnen und Besucher der Kirche, sowohl für Menschen mit Behinderung und ältere Menschen als auch für Eltern mit Kindern“ begründet Susanne Seggelke das Votum der Jury.

Info:

2010 wurde auf Initiative des Stadtrates, des Beirates für Menschen mit Behinderung sowie von Fachleuten aus dem Seniorenbereich die Auszeichnung „Barrierefrei- Leben, Einkaufen und Genießen in Bamberg“ ins Leben gerufen. Seitdem wurden die unterschiedlichsten Preisträger mit dieser Auszeichnung für ihren Einsatz gewürdigt. Den ersten „BArrierefreipreis“ erhielt im Jahr 2010 das „Gästehaus am Hainpark“ der Diakonie Bamberg-Forchheim. Ihm folgten:
Rewe-Markt Rudel (2011), Fahrschule „runnersdrive“ (2012), Wohnprojekt „Haus Miteinander“ der Joseph-Stiftung und des Caritasverbandes Bamberg (2013), Foto Kohler oHG (2014), Kinderhaus St. Stephan der Diakonie Bamberg-Forchheim (2015) und Zweiwas Optik und Hörakustik (2017).