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01.03.2018

Blauer Brief für das ,,Elterntaxi"

Gemeinnützige Organisationen führen in Bamberg neue Präventionsmaßnahme zur Schulwegsicherheit ein

Eine Präventionsmaßnahme der besonderen Art stellen die gemeinnützigen Gesellschaften gGKVS und gGwH erstmals gemeinsam während der Schulwegsicherheitstage in Bamberg vor: Den Elternbrief. Dieser befasst sich ausnahmsweise nicht mit den schulischen Leistungen der Sprösslinge, sondern mit den Eltern, genauer gesagt mit deren potenziell gefährlichem Verhalten.

Es ist eine einzigartige Aktion, die es in dieser Form bisher noch nicht gegeben hat. Gemeinsam mit den Schulen will man während der diesjährigen Schulwegsicherheitstage dem bedenklichen Phänomen der sogenannten „Elterntaxis“ begegnen. In dem Brief werden die Eltern eindringlich auf entstehende Gefahren hingewiesen. Sie erhalten konkrete Vorschläge zur Verringerung der Gefahr. Statt mit Kritik an den Eltern oder polizeilichem Zwang wird bewusst mit Inhalten gearbeitet, die zum Nachdenken anregen. Der beiliegende Aktionsaufkleber „Sicher zur Schule – läuft!“ soll über seine Verbreitung zum Beispiel auf Schulranzen und Federmäppchen für weitere Bekanntheit der Aktion und Zustimmung sorgen.

„Alle Eltern möchten, dass ihrem Kind auf dem Schulweg nichts zustößt. Das mag der Grund sein, warum sie es mit dem Auto zur Schule bringen. Doch dadurch wird leider oft das Gegenteil erreicht.“ erklärt dazu Ursula Auer, Geschäftsführerin der gGwH.
Gerade zum täglichen Schulbeginn oder -ende kann es zu chaotischen Zuständen vor der Schule kommen. Besonders das regelwidrige, „wilde“ Parken führt schnell zu unübersichtlichen und gefährlichen Verkehrssituationen. Zu schnelles An- und Abfahren erhöht noch zusätzlich die Gefahr eines Unfalls.

Das neue Modul „Elternbrief“ erweitert das bereits breit gefächerte Portfolio der gemeinnützigen Gesellschaften und bildet eine sinnvolle Ergänzung zu den bereits zum fünften Mal durchgeführten Schulwegsicherheitstagen, bei denen es darum geht, dass die Kinder der Hainschule, Kunigundenschule, Wunderburgschule spielerisch die Gefahren im Straßenverkehr sensibilisiert werden. Der Zusammenhang zwischen Bremsweg und Geschwindigkeit wird in der Turnhalle durch theoretische Übungen vermittelt. Dann geht es raus auf die Straße, um die Praxis zu erleben. Werden sich die Autofahrer an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten halten oder nicht? Dazu dürfen die Kinder eine Messung mitmachen, und das Verhalten der Autofahrer mit einem Daumen hoch oder Daumen runter bewerten.

Der Elternbrief wird an einigen Grundschulen in Bamberg zum Einsatz kommen. Weitere Maßnahmen sind bundesweit in Vorbereitung.

Die gesamten Module bilden einen thematischen Präventionskreislauf, der von Verkehrserziehung über Unfallverhütung bis zu Alkohol-, Tabak- und Spielsuchtprävention bei Jugendlichen reicht.

Wie notwendig ihre Arbeit ist, bringt gGKVS Geschäftsführer Martin Bischof auf den Punkt: „Es gibt alarmierende Zahlen in all diesen Bereichen. Hier setzen wir mit unserer Arbeit an. Wir wollen außerdem nicht vergessen, dass zu jedem ‚Opfer‘ eine Vielzahl weiterer betroffener Personen gehört: Familie, Freunde, Arbeitgeber, Kollegen, um nur einige zu nennen.“

Seit mehr als einem Jahrzehnt engagiert sich die gemeinnützige Gesellschaft für Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer, insbesondere Schulkinder.

Mit Unterstützung von Städten und Gemeinden, sowie finanziert aus Spenden und Zuwendungen der Stiftung „Deutsche Stiftung für wertorientiertes Handeln“ werden mehr als ein Dutzend Präventionsmodule regelmäßig bundesweit umgesetzt.

Mit von der Partie und ebenfalls zum ersten Mal die gemeinnützige gGwH Gesellschaft für wertorientiertes Handeln, die künftig die Tätigkeit der gGKVS besonders im pädagogischen Bereich unterstützen wird.

gGwH gemeinnützige Gesellschaft für wertorientiertes Handeln mbH
Ursula Auer
Geschäftsführung
Kirchenweg 18
90419 Nürnberg
Telefon: +49 911 30 700-834
Fax: +49 911 30 700-835
Internet: www.ggwh.de

E-Mail: ursula.auer@ggwh.de