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05.12.2018

Bedeckt mit dem grünen Gras der Hoffnung

Neues Sarggemeinschafts-Grabfeld für 172 Rasengräber eingeweiht

Für Menschen, die eine Erdbestattung im Sarg wünschen, aber keine Möglichkeit haben, die Pflegearbeiten auszuführen oder ausführen zu lassen, gibt es jetzt auf dem Hauptfriedhof ein neues Sarggemeinschafts-Grabfeld. Bei der ökumenischen Weihe erinnerte Bürgermeister Dr. Christian Lang daran, dass der Friedhof nicht nur ein Ort der Trauer, sondern auch der Erinnerung sei. Die Weihe nahmen Pfarrer Marcus Wolf (St. Gangolf) und Pfarrer Johannes Wagner-Friedrich (St. Stephan) vor.

Das neue Grabfeld bietet Platz für 172 Grabstätten. Die Liegezeit beträgt 12 Jahre. Mitarbeiter des Garten- und Friedhofamtes pflegen die Anlage und haben auch sämtliche Arbeiten von April bis Oktober 2018 in Eigenregie ausgeführt. In dieser Zeit wurde die alte Grasnarbe entfernt und das Erdreich von Wurzeln, alten Grabsteinen und Fundamentresten befreit. Des Weiteren wurde ein wassergebundener, mit Stahlband gefasster Weg in Form eines Kreuzes angelegt, die Flächen wurden neu angesät. Die Mitte markieren eine Trauerblutbuche und zukünftig zwei Ruhebänke. Die Gesamtkosten für das neue Gemeinschafts-Grabfeld betragen knapp 16.000 Euro und werden aus dem Budget des Garten- und Friedhofsamts als gebührenfinanzierter Einrichtung getragen.

Bürgermeister Dr. Lange betonte den enormen Bedarf für diese Bestattungsform, da die Grabpflege für viele Angehörige in Zeiten zunehmender Mobilität ein Problem sei. „Die Verstorbenen werden bedeckt mit dem grünen Gras der Hoffnung – der Hoffnung auf Auferstehung und einem Wiedersehen mit den Angehörigen“, so Dr. Lange. Er dankte den Mitarbeitern des Garten- und Friedhofsamtes unter der Leitung von Robert Neuberth für die gelungene Gestaltung.

Um das gewünschte, einheitliche Erscheinungsbild zu erhalten, ist es bei der neuen Anlage – analog zum Urnenhain – nicht gestattet, den Grabplatz durch Holzkreuze, Einpflanzen von Gewächsen oder Ablegen von kleinen Gegenständen oder Grabschmuck zu markieren. Am Tag der Beisetzung können Kränze und Blumenschmuck am Grabplatz abgelegt werden. Die Kränze und Blumen werden am auf die Beisetzung folgenden Werktag aus dem Rasengrabfeld entfernt. Die Grabstätten können ausschließlich mit Särgen belegt werden und werden der Reihe nach vergeben.

Detailinfos Rasengräberfeld:

Die Gebühr für den Grabplatz beträgt 780 Euro pro bestattetem Sarg für 12 Jahre. Hinzu kommen einmalig 100 Euro für eine Grabsteinplatte (60 cm x 30 cm) und die Gebühr für die Beerdigung. Durch eine eventuelle Tieferlegung sind pro Rasengrab zwei Bestattungen möglich. Die Grabsteinplatte markiert den Grabplatz und kann mit vorgegebenen Bronzebuchstaben durch einen Steinmetzbetrieb beschriftet werden, wenn die Angehörigen dies wünschen. Bei einfacher Belegung der Grabstätte erlischt die Laufzeit nach 12 Jahren. Grabstätten, die durch eine Tieferlegung doppelt belegt werden sollen (z.B. Ehepartner, Lebenspartner) können bis zur Bestattung der zweiten Person verlängert werden. Nach der zweiten Beisetzung erlischt die Laufzeit der Grabstätte ebenfalls nach 12 Jahren. Ein Erwerb der Grabstätte als Vorratskauf ist nicht möglich.