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08.05.2019

Kunst - kurz und kreativ präsentiert

„Domberg goes YouTube“: Studierende der Kunstgeschichte stellen Videoclips für Bamberger Museen am Dom vor

Mit „Domberg goes YouTube“ war ein Seminar der Otto-Friedrich-Universität im Wintersemester 2018/19 für Studierende der Kunstgeschichte betitelt. Die Aufgabenstellung: In 120 Sekunden langen Videoclips Werke aus den Museen um den Dom präsentieren. Die Ergebnisse können jetzt auf YouTube begutachtet werden.

Mit den insgesamt zehn Videoclips möchten die Seminar-Teilnehmer, die Bayerische Schlösserverwaltung und der Freundeskreis der Museen um den Bamberger Dom e.V. neue Zielgruppen erreichen. „Die kurzweiligen und kreativen Clips können Kinder und Jugendliche – und über diese auch die Eltern und Großeltern – für Kunst und Kultur begeistern“, so die Hoffnung von Bürgermeister Dr. Christian Lange, geäußert bei der Vorstellung der Clips Anfang April in der Neuen Residenz.

„Die Herausforderung für die Studierenden bestand darin, einen informativen Appetizer zu erstellen“, erläuterte Kunsthistorikerin und Seminarleiterin Dr. Eveliina Juntunen. Gemeinsam mit Dombergkoordinatorin Christiane Wendenburg erstellte sie eine Liste mit bedeutenden Objekten, die im Diözesanmuseum, im Historischen Museum oder in der Staatsgalerie ausgestellt werden. „Viele wissen nicht, welche wertvollen Kunstschätze in den Dombergmuseen versammelt sind“, ist sich Christiane Wendenburg sicher. Als Beispiele nennt sie das Modell der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen von Balthasar Neumann, die Moorlandschaft Otto Modersohns oder die Darstellung der Sintflut von Hans Baldung Grien.

Für „Die Sintflut“ des Dürer-Schülers aus dem Jahr 1516 entschied sich die Studentin Hanna Buhl. Es erinnerte sie an ein Wimmelbild aus den Niederlanden. Um herauszufinden, welcher Teil des Gemäldes für Betrachter besonders interessant ist, ließ sie Fragebögen ausfüllen. Daraus entwickelte sie ein Konzept, ein sogenanntes Storyboard, in dem sie sich wegen der Kürze des Videos auf den biblischen Aspekt des Gemäldes beschränkte: „Der dramatische biblische Hintergrund der Sintflut, des Weltuntergangs, hat mich dazu inspiriert, die damit verbundenen Gefühle und Ängste durch intensive Orchestermusik zu untermalen.“ Auf manche Figuren in dem detailreichen Bild geht sie im Video ein, etwa auf den armen Bauern und den reichen Adligen, die vor Gott gleich seien. Andere Figuren spricht sie nicht an, denn: „Zuschauerinnen und Zuschauer können weitere Elemente beim Museumsbesuch selbst entdecken.“

Eine praktische Erfahrung während des Studiums zu machen, hat den Studierenden gefallen. Hanna Buhl berichtet vom „Gefühl, ein Teil der Dombergmuseen zu sein, was mir einen Einblick ins Berufsleben ermöglicht hat.“ Deshalb hat sie gerne Zeit investiert – rund 60 Arbeitsstunden für die Erstellung des 120-Sekunden-Clips, schätzt sie. Eveliina Juntunen begleitete die Studierenden bei der Produktion. Gang und gäbe war Hilfe untereinander, etwa beim Filmen und Schneiden. Fazit der Seminarleiterin: „Die Videoclips sind größtenteils mit Handys, also mit relativ einfachen Mitteln entstanden. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen!“ Unter https://www.youtube.com/ sind die zehn Videoclips zu begutachten.