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03.12.2018

Bauherrenpreis 2018: Saniertes Wohnhaus am Kaulberg ausgezeichnet

Sehr schmale Barockfassade am Unteren Kaulberg 20, hinter der sich eine ungeahnte Gebäudefülle auftut, gewinnt 1. Preis

Entscheidung zum „Bauherrenpreis 2018“ der Arbeitsgemeinschaft Historischer Städte: In Lübeck trafen sich vergangene Woche die Oberbürgermeister und Bürgermeister sowie Baureferenten der Mitgliedsstädte Lübeck, Stralsund, Meißen, Görlitz, Regensburg und Bamberg im Rahmen ihrer Herbsttagung zur Jury-Sitzung. Aus Bamberg wurde das Sanierungsobjekt Unterer Kaulberg 20 mit dem 1. Preis und 1.500 Euro Preisgeld ausgezeichnet.

Damit geht die dekorative, im Durchmesser etwa 20 Zentimeter große Bronzeplakette, die für die Öffentlichkeit sichtbar am ausgezeichneten Objekt angebracht werden soll, an den Bauherren Urs Bergmann sowie das planende Architekturbüro Mietusch & Jakob, Bamberg. Bei dem prämierten Vorhaben handelt es sich um eine sehr schmale Barockfassade, hinter der sich eine ungeahnte Gebäudefülle auftut. Der jetzige Eigentümer hat das Haus als „Sanierungsleiche“ mit vielen störenden und unfachmännischen Einbauten übernommen und vollkommen mit eigenen Mitteln als Wohnhaus saniert. Bemerkenswert ist neben dem Rückbau und der gelungenen Behandlung der Altsubstanz die gestalterische Umsetzung der notwendigen neuen Bauteile. Diese fügen sich mit schlichter Formensprache harmonisch ein. Das Ergebnis ist ein großzügiges Wohnhaus mit wunderbarem Blick auf den Dom. Der alte Laubengang und der Fachwerkraum der früheren handwerklichen Nutzung sind besonders schöne, neu erlebbare Details. Baureferent Thomas Beese: „Alle Bewerber haben sehr gute und interessante Wettbewerbsbeiträge eingereicht. Allen gilt daher auch Dank und Anerkennung für die Mitwirkung am Erhalt des Stadtdenkmals. Glückwunsch aber dem Wettbewerbssieger. Durch sein Engagement wurde ein jahrelanger Sanierungsstau beseitigt und die Überformung des Denkmals im Hof angemessen zurück genommen.“

Erstmals ein eigener Schulwettbewerb

Auf Initiative der Europäischen Kommission ist 2018 das Europäische Kulturerbejahr „ECHY 2018“ (European Cultural Heritage Year 2018). Aus diesem Anlass hatte die ARGE parallel zum Bauherrenpreis einen Schulwettbewerb durchgeführt. Erklärtes Ziel dabei: das Interesse junger Menschen an historischen Städten zu wecken. In Bamberg beteiligten sich Schülerinnen des Eichendorff-Gymnasiums. Während sich die Jahrgangsstufe 7 mit einem Nutzungskonzept für die ehemalige Marienkapelle in der Judenstraße 1 beschäftigte, plante der 11. Jahrgang einen Neubau für die Baulücke Kettenbrückstraße 6.

Gewonnen hat der „Seniorentreff EICHE“ im früheren Kirchenbau. Die Jury hat das barrierefreie Nutzungskonzept sehr überzeugt: Generationenaustausch mit vielen Aktivitäten, z.B. Hausaufgabenhilfe für Schüler und Internetunterstützung für Senioren. Der 1. Preis ist dotiert mit 500 Euro. 300 und 200 Euro gehen an den 2. bzw. 3. Preisträger mit den Arbeiten „Fair Cafe“ und „Chill Bro Jugendtreff“. Die übrigen fünf Projektgruppen erhalten eine Anerkennungsprämie von je 100 Euro.