Seiteninhalt
30.10.2018

Radverkehrsförderung: Stadt Bamberg jetzt offiziell AGFK-Mitglied

Im Verbund der derzeit 65 bayerischen Kommunen soll die fahrradfreundliche Mobilitätskultur weiter ausgebaut werden

Die Bedeutung der Radverkehrsförderung in Bayern wächst. Mehr als 120 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Verbänden folgten der Einladung der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommune in Bayern e.V. (AGFK Bayern) und des Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr in das Dachauer Schloss. Im Rahmen eines feierlichen Festaktes wurden die Erfolge für den Radverkehr im Jahr 2018 gewürdigt. Als „Fahrradfreundliche Kommune“ wurden Gunzenhausen, Lauf a.d. Pegnitz, Oberhaching, Stein und Wolfratshausen ausgezeichnet. Der Markt Holzkirchen, die Gemeinden Eching und Neufahrn b. Freising sowie die Stadt Bamberg wurden als neue AGFK-Mitgliedskommunen aufgenommen.

Radverkehr hat in der Welterbestadt bereits eine lange und erfolgreiche Tradition. Ab Mitte der 1990er Jahre wurde das hierarchisch gegliederte Radverkehrsnetz systematisch ausgebaut und Belange des Radverkehrs bei allen Neuplanungen konsequent berücksichtigt. Durch die Kampagne „Kopf an-Motor aus. Für Null CO2 auf Kurzstrecken“ konnte Bamberg als Modellstadt im Jahr 2009 gezielt für die umweltfreundliche Nahmobilität werben. Die positiven Erfahrungen führten zur „Radverkehrsstrategie 2012“: Radverkehrsförderung erfolgt zusätzlich zum Ausbau der Infrastruktur auch gezielt über die Handlungsfelder Service, Öffentlichkeitsarbeit, Verkehrssicherheit und Radtourismus. Das jährlich aufgelegte Fahrradprogramm enthält die jeweiligen Maßnahmen zur Umsetzung. Heute werden 30 Prozent aller Wege der Bamberger Bevölkerung mit dem Rad zurückgelegt, im Binnenverkehr sind es sogar 35 Prozent (Stand 2015). Zusätzlich zieht die attraktive Radregion Bamberger Land mit 20 regional und überregional ausgewiesenen Radwanderwegen viele Radtouristen an. Damit prägt der Radverkehr die Mobilität in Bamberg. Durch die Übernahme der Ziele des Bürgerbegehrens „Radentscheid Bamberg“ hatte der Stadtrat im Januar 2018 konkreten Maßnahmen zur Radverkehrsförderung zugestimmt.

Vor dem Titel noch Hausaufgaben zu erledigen

Die vier „Neuen“ müssen den anspruchsvollen Prüfungsprozess noch bestehen, bevor sie sich offiziell „Fahrradfreundlich“ nennen dürfen. Aus der AGFK-Mitgliedschaft ergeben sich bis dahin noch vielfältige Aufgaben. Neben dem Schließen von Lücken muss die Radverkehrsinfrastruktur an das erhöhte Radverkehrsaufkommen angepasst werden. Ein wichtiger Schritt hierzu ist die Stellplatzsatzung, durch die bei allen Neubauten und Nutzungsänderungen ein baulicher Nachweis von Radabstellplätzen notwendig wird (Ablöse ist mit 400 Euro je Radabstellplatz möglich). Diese Vorgaben führen bereits jetzt zu spürbarer qualitativer und quantitativer Verbesserung der Radabstellanlagen bei Neubauvorhaben.